KI & ENTWICKLUNG

Vibe Coding ist tot — es lebe Agentic Engineering

Leon Chiosea KI & Backend Entwicklung

Anfang 2025 prägte Andrej Karpathy den Begriff „Vibe Coding" — die Idee, sich von KI durch den Entwicklungsprozess tragen zu lassen, den generierten Code weitgehend zu akzeptieren und ohne tiefes Verständnis jeder einzelnen Zeile schnelle Ergebnisse zu erzielen. Karpathy, als ehemaliger KI-Chef von Tesla und OpenAI-Mitgründer, gab dem Phänomen damit einen Namen, das viele Entwickler bereits praktizierten: Prompts eingeben, Output akzeptieren, weiteriterieren. Der Begriff ging viral, wurde zum Meme auf X und zur Projektionsfläche für eine ganze Branche, die sich fragte, ob klassisches Programmieren bald überflüssig sein würde. Doch was als befreiende Vision begann, zeigte schnell seine Grenzen. Projekte, die im Vibe-Coding-Modus entstanden, litten unter wachsender technischer Schuld, inkonsistenten Architekturen und Code, den niemand mehr vollständig verstand — am wenigsten die KI selbst. Sicherheitslücken blieben unentdeckt, Performance-Probleme häuften sich, und die Wartbarkeit sank mit jeder unkontrollierten Iteration. Karpathy selbst erkannte das Problem und schlug einen neuen Begriff vor: Agentic Engineering. Der Unterschied ist grundlegend. Agentic Engineering bedeutet nicht, der KI blind zu vertrauen, sondern KI-Agenten als spezialisierte Werkzeuge innerhalb klar definierter Workflows einzusetzen. Entwickler werden zu Architekten und Orchestratoren, die Aufgaben delegieren, Ergebnisse validieren und die Gesamtverantwortung für Codequalität und Systemdesign behalten. Bei DD. war genau das von Anfang an unser Ansatz. Wir haben KI-Agenten nie unkontrolliert Code generieren lassen, sondern sie in strukturierte Pipelines eingebettet — mit definierten Kontextgrenzen, Review-Zyklen und Qualitätsgattern. Der Wechsel von Vibe Coding zu Agentic Engineering ist für uns kein Umdenken, sondern eine Bestätigung: Professionelle KI-Entwicklung war nie eine Frage der Vibes, sondern der Disziplin.

Warum wir diesen Artikel schreiben – und warum unsere Erfahrung relevant ist

Wir schreiben diesen Artikel, weil der Wandel von Vibe Coding zu Agentic Engineering direkt beeinflusst, wie wir Kundenprojekte umsetzen — und wie unsere Auftraggeber die Qualität unserer Arbeit einschätzen können. Unsere Erfahrung ist relevant, weil wir KI-Agenten in produktiven Workflows einsetzen, seit bevor der Begriff überhaupt existierte. Wir haben in dutzenden Projekten gesehen, was passiert, wenn KI ohne Struktur eingesetzt wird — und was möglich ist, wenn man es richtig macht. Diese Perspektive aus der täglichen Praxis teilen wir hier.

Von Vibe Coding zu Agentic Engineering — was hat sich verändert?

Der Kern der Veränderung liegt im Grad der Kontrolle. Vibe Coding bedeutete im Ursprung: Man gibt der KI eine vage Beschreibung, akzeptiert den Output weitgehend ungeprüft und iteriert über Trial-and-Error. Für Prototypen und Lernprojekte funktioniert das — für Kundenprojekte mit echten Nutzern, Datenschutzanforderungen und Wartungszyklen nicht. Agentic Engineering dreht das Modell um. Hier definieren erfahrene Entwickler strukturierte Workflows, in denen KI-Agenten klar abgegrenzte Aufgaben übernehmen: Code-Generierung nach spezifischen Architekturvorgaben, automatisierte Test-Erstellung, Dokumentation oder Refactoring. Der Mensch bleibt Architekt und Reviewer — die KI wird zum spezialisierten Werkzeug.

Bei DD. haben wir nie auf „Vibes" gesetzt. Wir arbeiten mit MCP-Servern, die unseren KI-Agenten strukturierten Zugriff auf Projektkontext geben — Designsysteme, Datenbank-Schemas, bestehende Komponenten. Dazu kommen definierte Prompting-Strategien und mehrstufige Code-Review-Pipelines, in denen jeder KI-generierte Output denselben Qualitätsstandards unterliegt wie handgeschriebener Code. Das Ergebnis ist nicht weniger Innovation, sondern mehr Verlässlichkeit. Agentic Engineering ist kein Buzzword — es beschreibt eine Arbeitsweise, die wir täglich praktizieren und die messbar bessere Ergebnisse liefert als unkontrolliertes Vibe Coding.

Was bedeutet das für unsere Kundenprojekte?

Für Unternehmen, die eine Agentur beauftragen, ist die entscheidende Frage nicht, ob KI eingesetzt wird — sondern wie. Der Unterschied zwischen einer Agentur, die Vibe Coding betreibt, und einer, die Agentic Engineering praktiziert, zeigt sich in der Qualität des Endprodukts, der Wartbarkeit des Codes und der Transparenz des Prozesses. Wir setzen KI-Agenten gezielt für wiederkehrende Aufgaben ein: Component Scaffolding, automatisierte Testgenerierung, Dokumentation, Accessibility-Checks. Das sind Aufgaben, die bei manueller Umsetzung Zeit kosten, ohne kreativen Mehrwert zu liefern.

Die eingesparte Zeit investieren unsere Senior-Entwickler in das, was KI nicht leisten kann: Architekturentscheidungen, die ein Projekt über Jahre tragfähig machen. Business-Logik, die exakt auf die Anforderungen des Kunden zugeschnitten ist. UX-Optimierungen, die auf echtem Nutzerverständnis basieren. Performance-Tuning, das den Unterschied zwischen einer guten und einer herausragenden Website ausmacht. Das Ergebnis für unsere Kunden: schnellere Delivery ohne Qualitätsverlust, mehr Features im gleichen Budget und ein transparenter Prozess, bei dem jederzeit nachvollziehbar ist, welche Entscheidungen von Menschen getroffen wurden. Qualitätssicherung bleibt bei DD. immer menschlich — KI ist das Werkzeug, nicht der Entscheider.

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